Der leuchtende Heimweg
Als am frühen Abend die Wegeleuchten zwischen Marktgasse und Wohnstraße ausfallen, hat Pinguin sofort eine Idee. Gemeinsam mit Teddy holt er Laternen, Stäbe und Werkzeug aus Garage und Werkstattschuppen, und schon bald entsteht ein warmer, freundlicher Lichtweg für alle Nachbarn auf dem Heimweg.
Diese Nachbarschaftshilfe-Gute-Nacht-Geschichte verbindet Wärme, Humor und ein klar gutes Ende. Sie eignet sich ideal zum Vorlesen am Abend und zeigt, wie Teddy und Pinguin aus einer kleinen Alltagsidee ein großes, kindgerechtes Abenteuer machen.
“Ein paar Nachbarn standen mit ihren Einkaufskörben da und schauten nicht ängstlich, aber doch etwas unsicher auf den Weg. Eine Maus hielt ihren Schal fest, ein Hase drehte den Kopf nach links und rechts, und der Dachs vom Eckhaus hob seine Laterne an, als wollte er nachsehen, ob der Abend vielleicht vergessen hatte, richtig zu leuchten.”

Eines Tages saß der Pinguin auf der Terrasse und trank Kaffee.
Es war früher Abend, und vom Marktplatz her klapperten schon die ersten Körbe. Kleine Lieferwagen rollten langsam über das Pflaster, Marktstände wurden zusammengeklappt, und irgendwo schepperte ein Blecheimer, weil ein Igel ihn etwas zu energisch in seinen Wagen stellte. Pinguin blinzelte über den Gartenzaun zur Marktgasse hinüber. Da fiel ihm etwas auf: Die Wegeleuchten zwischen dem Platz und der Wohnstraße blieben dunkel.
Ein paar Nachbarn standen mit ihren Einkaufskörben da und schauten nicht ängstlich, aber doch etwas unsicher auf den Weg. Eine Maus hielt ihren Schal fest, ein Hase drehte den Kopf nach links und rechts, und der Dachs vom Eckhaus hob seine Laterne an, als wollte er nachsehen, ob der Abend vielleicht vergessen hatte, richtig zu leuchten.
Da sprießte in Pinguins Kopf schon die nächste Idee. Er stellte seine Tasse ab, rieb sich einmal über den Schnabel und sagte: „Natürlich! Kein großes Warten, kein langes Grübeln. Wir machen einfach selbst einen freundlichen Laternenweg.“ Und ohne Umwege lief er sofort zu Teddy hinüber.
An Teddys Haustür klingelte Pinguin wie immer: „ding-dong-ding-dong-ding-dong-ding-dong-diiiiiing-doong“.
Drinnen rumpelte kurz etwas, dann öffnete sich die Tür. Teddy stand im Flur, trug seine blaue Werkstattschürze und sagte wie immer: „Pinguin, bist du es?“
„Ja, ich bin es“, sagte Pinguin atemlos, „und ich habe eine glänzende Idee. Die Wegeleuchten zum Markt sind ausgefallen. Alle kommen gleich mit Körben heim, und der Weg ist zu dunkel. Keine große Baustelle! Nur ein schneller, schöner Laternenweg. Mit Stäben, Haken, warmem Licht und vielleicht ein bisschen Schnur.“
Teddy hörte ruhig zu, nickte und lächelte. „Das ist eine gute Idee“, sagte er. „Dann machen wir es ordentlich, damit es schnell geht.“
Zusammen gingen sie in die Garage und in den Werkstattschuppen. Teddy hatte dort beinahe alles, was man für einen nützlichen Einfall gebrauchen konnte. Sie holten kleine Gartenstäbe, Holzleisten, Schraubzwingen, eine Kiste mit Laternen, Ersatzbirnchen, Batterielampen, Schnur, Haken, einen Handwagen und einen Werkzeugkasten. Pinguin trug gleich drei Dinge auf einmal, was sehr tatkräftig aussah, bis Teddy ihm den Werkzeugkasten wieder abnahm und ihn oben auf den Handwagen stellte.
„Erst gehen wir den Weg ab“, sagte Teddy. „Dann legen wir die Abstände fest. Dann bauen wir auf.“
„Ich mag Pläne“, sagte Pinguin. „Besonders, wenn sie schnell anfangen.“
Sie zogen den Handwagen zur Marktgasse. Der Abend war jetzt weich und blau, und in vielen Fenstern gingen schon die ersten Lampen an. Teddy blieb am Anfang des dunklen Wegs stehen, kniff ein Auge zu und sah die Strecke entlang. Dann steckte er den ersten Gartenstab in die Erde, befestigte einen Haken daran und hängte eine Laterne auf. Pinguin reichte ihm die nächste, dann die nächste, dann noch eine, weil er fand, der Weg könne ruhig „sehr freundlich“ aussehen.
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